Eine ehrliche Analyse für Bürgerinnen und Bürger — ohne Fachwissen, ohne Vorkenntnisse. Was geht gut, was macht Sorgen, und was kann die Gemeinde überhaupt selbst entscheiden?
Ehrenburg ist schuldenfrei und verfügt über eine solide Rücklage. Aber: Der Haushalt 2026 weist einen Fehlbetrag von –382.400 € aus — der größte Einschnitt seit Jahren. Der Hauptgrund: Die Samtgemeindeumlage — der Pflichtbeitrag Ehrenburgs an die Samtgemeinde — explodiert von 41 % auf 55 %, weil auf Samtgemeindeebene massiv in Schulen und Feuerwehren investiert werden muss. Die Gemeinde kann diesen Trend kaum beeinflussen — und die Finanzplanung bis 2029 bleibt durchgängig im Minus. Das klingt widersprüchlich mit dem noch vorhandenen Liquide Mittel (Ende 2024) — aber das Defizit bedeutet nur, dass die Gemeinde in diesem Jahr mehr ausgibt als sie einnimmt. Das Geld auf dem Konto sind Rücklagen aus besseren Vorjahren.
Diese sieben Kennzahlen zeigen, wie Ehrenburg finanziell aufgestellt ist — und was sich dahinter verbirgt.
Von 100 Cent Steuereinnahmen fließen 2026 alle Pflichtabgaben zusammengenommen mehr als 100 Cent ab — die Umlagen übersteigen die Steuereinnahmen. Kein Cent bleibt für eigene Aufgaben.
2025 wirtschaftet Ehrenburg noch mit einem deutlichen Überschuss. Ab 2026 entsteht ein tiefer Fehlbetrag — der sich in den Folgejahren aber wieder verringert.
Der Hauptgrund für das Defizit 2026: Die Samtgemeindeumlage (der Pflichtbeitrag Ehrenburgs an die Samtgemeinde) steigt um rund 460.000 € — wegen dringend notwendiger Investitionen in Grundschulen und Feuerwehren auf Samtgemeindeebene. Im Jahr 2027 erwartet die Planung durch Auflösung von Rückstellungen vorübergehend einen kleinen Überschuss, danach drohen wieder Fehlbeträge.
Eine ehrliche Einschätzung aller wesentlichen Aspekte der Haushaltslage.
Nicht alles liegt in der Hand des Gemeinderats. Hier ist ehrlich aufgezeigt, was Ehrenburg selbst steuert — und was von außen vorgegeben wird.